Weser-Harz-Heide-Radfernweg

Rund 400 km Gesamtstreckenlänge durch abwechslungsreiche Landschaften und Städte in weiten Teilen auf verkehrsarmen Straßen und land- und forstwirtschaftlichen Wegen. Zwischen Weser und Göttingen und im Harz sportliche Abschnitte mit teilweise stärkeren Steigungen und entsprechenden  Abfahrten. Ab Goslar bis Lüneburg sehr gut ausgebaute Route auf verkehrsarmen Asphaltstraßen auf weitgehend ebenem Gelände. Die gesamte Strecke ist auch gut an das Streckennetz der Bahn angebunden.

N-Netz: Radfernwege in Niedersachsen

Der Weser-Harz-Heide Radfernweg ist als Radfernweg 5 eingebunden in über 4.000 km Radfernwege im N-Netz des Landes Niedersachsen.

N-Netz-Infos: www.geolife.de

Höhenprofil

Etappe 1: Hann. Münden bis Herzberg

Weser, Wurst und Wälder: Das Göttinger Land und das Eichsfeld

Hann. Münden, Fachwerkjuwel und Dreiflüssestadt, ist der Startort der Tour und gleichzeitig Drehscheibe vom Werra-, Fulda- und Weser-Radweg.

Auf waldreicher Strecke zieht sich der Weg über die Hügel zwischen Weser- und Leinetal in das Harzvorland zunächst nach Dransfeld. Hier lohnt ein Abstecher auf den 478 m hohen „Hohen Hagen“ zum Gaußturm (nur auf Anfrage geöffnet) mit seinem herrlichen Rundblick bis zum nächsten Ziel, der alten Universitätsstadt Göttingen.

Die „Stadt, die Wissen schafft“ ist eine historische und dennoch junggebliebene Stadt mit einer lebendigen Kulturszene und vielen Freizeitangeboten wie dem Erlebnisbad Eiswiese.

Auf dem Weg ins wiedervereinigte Eichsfeld passieren Sie das romantische Kloster Reinhausen. Steinzeitliche Siedlungsreste, verträumte Fachwerkdörfer und stille Bachläufe säumen die Strecke durch Wiesen und hügelige Wälder. Das mittelalterliche Duderstadt „Hauptstadt“ des Eichsfeldes, wird von über 600 Fachwerkhäusern, Kirchen und Baudenkmälern geprägt. Vor seinen Toren bietet die Heinz-Sielmann Stiftung auf Gut Herbigshagen einmalige Naturerlebnisabenteuer für die ganze Famlie. Die idyllisch in den Wald eingebettene Rhumquelle, eine der größten Karstquellen Europas, kündigt schon die Nähe des Harzes an, dessen Rand wir in Herzberg erreichen.

Etappe 2: Herzberg bis Goslar

Berge, Bergbau und Bergstädte: Der Harz

Von Herzberg mit seinem überragenden Welfenschloss schlängelt sich der Weg durch die leichten Hügel der Harzer Karstlandschaft bis Osterode, wo eine heimelige Altstadt zur Pause vor dem Anstieg in die Berge lädt. (Weniger Geübte bevorzugen die Umfahrung des Harzes bis Goslar auf dem Harz-Rundweg.)

Wie früher die Eselskarawanen mit Getreide vom ehemaligen Harz-Kornmagazin ziehen wir heute auf Drahteseln in den Oberharz hinauf. Entlang des Sösetalsperre, die Trinkwasser bis nach Braunschweig und Bremen liefert, führt uns der Wege  in alte freie Bergstädte, die ihre Entstehung dem Erz- und Silberbergbau verdanken. Altenau lockt mit Kräuterpark und Gewürzgalerie, Clausthal-Zellerfeld mit dem Oberharzer Bergbaumuseum.

Von hier geht es wieder bergab nach Wildemann, wo man im 19-Lachter-Stolen auf den Spuren der Bergleute wandelt. Vor der Innerste-Talsperre, in der auch gebadet werden darf, passieren Sie noch das Modellbahnzentrum im Lautenthal – ein Muss für Eisenbahfans.

Goslar, die über 1.000-jährige Kaiser- und UNESCO-Welterbestadt, verdankt ihren Reichtum ebenfalls dem Silberbergbau. Die Anlagen am Rammelsberg wirken über wie unter Tage so, als wären die Bergleute nur mal zur Pause gegangen, um Ihnen den Berg zu überlassen. Die eindrucksvoll erhaltene Altstadt mit Fachwerk vieler Jahrhunderte zeugt vor der einstigen Bedeutung der Stadt, in der Salier- und Stauferkaiser europäische Geschichte schrieben.

Etappe 3: Goslar bis Gifhorn

Kunst, Kultur und Könige: Harzvorland, Wolfenbütteler Land und Braunschweig

Vom Harz hinab entlang idyllischer Höhenzüge wie Elm und Hainberge, durch Fluss- und Bachtäler führt Sie der Weg durch das Wolfenbütteler Land nach Braunschweig. Die außergewöhnliche Schlangenfarm in Schladen und das dortige Museum „Alte Mühle“, die Reste der Kaiserpfalz Werla, Hornburg, das „Rothenburg des Nordens“, Geburtsstadt von Papst Clemens II. oder die Eulenspiegelstadt Schöppenstedt: Allesamt sind diese Ziele einen kurzen Abstecher vom Weg wert.

Die Lessingstadt Wolfenbüttel, einst Welfenresidenz, mit dem prachtvollen Schloss, der berühmten Herzog-August-Bibliothek und dem archäologischen Landesmuseum zeugt ebenso von der kulturellen Vielfalt der Region wie die Großstadt Braunschweig.

Der Weg führt idyllisch an der Oker entlang, vorbei am Kennelbad durch den Bürgerpark bis in die Innenstadt. Zuvor locken der Rokkoko-Pavillion, der Schriftsassenhof und das Große Weghaus, wo bereits Lessing und Rabe Station machten.

Dem Rand der Fußgängerzone folgend erreicht man den Burgplatz mit seinem schönen Gebäudeensemble, geprägt durch die Burg Heinrichs des Löwen, das Wahrzeichen der Stadt. Vorbei am Staatstheater und durch ein eindrucksvolles Gründerzeitviertel ist man wieder im Grünen und verlässt das Stadtgebiet am Forschungsflughafen. Über den Mittelandkanal, vorbei an der Holländerwindmühle in die Meine und dem Tankumsee gelangen Sie schließlich nach Gifhorn.

Etappe 4: Gifhorn bis Lüneburg

Seen, Sand und Salz: Durch die Heide nach Lüneburg

Im Mündungswinkel von Aller und Ise liegt die „Mühlenstadt“ Gifhorn mit dem Mühlen-Freilichtmuseum und dem Renaissanceschloss der Welfenherzöge. Die Schlosskapelle ist einer der ersten deutschen protestantischen Sakralbauten.

Durch den „Heiligen Hain“, das bekannteste Heidegebiet der Südheide, kommen Sie nach Hankensbüttel, dessen Otterzentrum ein Naturerlebnisziel für die ganze Familie ist. Bei Bokel teilt sich die Strecke: Links führt der Weg zum Museumsdorf Hösseringen und vorbei am Kloster Ebstorf mit der berühmten Ebstorfer Weltkarte.

Rechts geht die Hauptstrecke weiter zur Ritterburg in Bad Bodenteich mit mittelalterlichem Spielplatz. In Uelzen, dem nächsten Ziel, muss man den kurios-eindrucksvollen Hundertwasser-Banhof gesehen haben. Durch das Naturschutzgebiet Jastorfer See und die Klein Bünstorfer Heide kommen Sie dann nach Bad Bevensen, wo das aufwändig restaurierte Thermalbad wartet. Auch für das Heidekloster in Medingen sollte man etwas Zeit einplanen. Durch idyllische Heideorte wie Bienenbüttel und Wichmannsburg mit der kleinen Feldsteinkirche und spätgotischem Schnitzaltar führt der Weg bis ans Ziel – nach Lüneburg.

Allerorten spürt man 500 Jahre und 20 Generationen gebaute Stadtgeschichte. In der unvergleichlichen Kulisse der liebevoll restaurierten Altstadt mit ihrem jugendlichen Flair stößt man auf Kunstschätze vergangener Epochen. Dies ist die richtige Atmosphäre, um die zurückliegende Tour noch einmal Revue passieren zu lassen…

Der Weser-Harz-Heide-Radweg: Leib und Seele erfahren.