Weserliedanlage

Die Weserliedanlage befindet sich am Hang des Questenbergs.

Mit diesem Denkmal sollen die Schöpfer des bekannten Weserliedes, der Dichter Franz von Dingelstedt (Liedtext von 1835)  und der Komponist Gustav Pressel (Vertonung 1845), geehrt werden. Die beiden Bronzereliefs (Entwurf und Guß, 1914) schuf der Bildhauer, Maler und Dichter Prof. Gustav Eberlein.

Beide Portraitköpfe werden von einem großen bunten Blätterkranz – halb Lorbeer, halb Eiche – eingefaßt. Bei Franz von Dingelstedt hat Eberlein unten im Eichenkranz einige Rosen eingeflochten, weil das Weserlied ein Liebeslied ist. Prof. Eberlein hatte bereits 1905 erste Anregungen für eine Ehrung der beiden Schöpfer des Weserliedes der Stadt Münden vorgetragen. Mit diesen Werken stellte er wieder einmal seine Heimatliebe unter Beweis.

Erste Grundsteinlegungen der Anlage erfolgten 1914. Wegen des ausbrechenden Krieges und dem anschließenden Geldmangel dauerten die Planungen fast 25 Jahre. Am 24. August 1931 konnte das Rondell mit dem errichteten Denkmal aus beigefarbenem Sandstein – nach einem erneuten architektonischen Entwurf – eingeweiht werden. Die Bronzebildnisse sollten ursprünglich korrespondierend angebracht werden, sie sind nun so angeordnet, dass sie ihre Gesichter voneinander abwenden. In der Außenmauer befindet sich der Hinweis auf den Architekten  Friedrich Grosch. Sein Entwurf wurde unter der Leitung von August Reich ausgeführt.

Von hier oben hat man einen herrlichen Blick auf die Kernstadt von Hann. Münden und den Zusammenfluß von Werra und Fulda zur Weser.

Weserlied:

Hier hab‘ ich so manches liebe Mal
mit meiner Laute gesessen,
hinunterblickend ins weite Tal
mein selbst und der Welt vergessen.

Und um mich klang es so froh und hehr
und über mir tagt es so helle
und unten brauste das ferne Wehr
und der Weser blitzende Welle.

Wie liebender Sang aus geliebtem Mund,
so flüstert es rings durch die Bäume
und aus des Tales off’nem Grund
begrüßten mich nickende Träume.

Und um mich klang es so froh und hehr
und über mir tagt es so helle
und unten brauste das ferne Wehr
und der Weser blitzende Welle.

Da sitz‘ ich aufs neue und spähe umher
und lausche hinauf und hernieder,
die holden Weisen rauschen nicht mehr,
die Träume kehren nicht wieder.

Die süßen Bilder, wie weit, wie weit!
Wie schwer der Himmel, wie trübe!
Fahr wohl, fahr wohl, du selige Zeit!
Fahrt wohl, ihr Träume der Liebe.