Welfenschloss mit Städtischem Museum

Das Welfenschloss wurde im Jahre 1501 durch Herzog Erich I. von Lüneburg-Braunschweig als gotischer Bau vollendet und diente fortan als Residenz und Verwaltungssitz. Herzogin Elisabeth von Braunschweig-Calenberg-Göttingen verbrachte einen großen Teil ihres Lebens im Mündener Welfenschloss. 1560 wurde es durch einen Brand fast vollständig zerstört und durch Herzog Erich II. im Stil der frühen Weserrenaissance wieder aufgebaut.

Das heutige Welfenschloss ist der eindrucksvolle Überrest früherer Herrschaftssitze, das mit dem Tode Erichs II. seinen einmaligen Glanz verlor und von dort an nur noch gelegentlicher Aufenthaltsort des Landesherrn war. Im Jahre 1849 zerstörte ein Feuer den Südflügel des Schlosses, der nicht wieder aufgebaut wurde.

Original erhalten sind heute noch zwei Renaissancegemächer mit flächendeckenden Wandmalereien, wie sie in dieser Geschlossenheit in Deutschland sonst nicht mehr zu sehen sind. Die Gemächer können im Rahmen einer Führung besichtigt werden.

Heute befindet sich neben dem Stadtarchiv, der Stadtbücherei und dem Amtsgericht auch das Städtische Museum im Schloss, das 1998 sein 100-jähriges Bestehen feierte.

Im Museum im Welfenschloss sind die Produkte der Mündener Fayence-Manufaktur der Familie Hanstein (1753 – 1854) sehenswert, die berühmt war für ihre prächtigen Netzvasen. Aber auch zur Geschichte, zum Fernhandel, Land- und Schiffsverkehr, zum Bildhauer Gustav Eberlein sowie zur Archäologie der Stadt finden sich Exponate. Das Museum führt regelmäßige Sonderausstellungen durch.

Aktuelle Sonderausstellung, 2. Juni – 8. September 2019

Aufbruch in die Demokratie. Revolution zwischen Weser und Leine 1918 bis 1923.

Nach einem über vier Jahre andauernden Krieg mit Millionen von Toten, Elend und Hunger löste im November 1918 die Meuterei kriegsmüder Matrosen eine Revolution in Deutschland aus.

Während die Monarchie wie ein Kartenhaus zusammenbrach, rangen zornige Revolutionäre und bedächtige Reformer um die Zukunft des Landes. Auch in Südniedersachsen mit seinen kleineren und mittleren Städten und seiner ländlichen Struktur zwischen Weser und Leine machte der Aufbruch in eine neue Epoche nicht halt.

Die Hypothek des verlorenen Krieges wog schwer. Der Schwung der Revolution verlor sich in Ernüchterung bis zur bitteren Verzweiflung. Trotz Hunger und Mangelwirtschaft, nutzte man nun freie Wahlen zu einem Systemwechsel in eine parlamentarische Republik. Doch Angriffe von links und rechts erschütterten auch unsere Region. Eine in tarifliche Bahnen gelenkte Arbeitszeit führte zum Aufblühen von Vereinen, insbesondere den Arbeitersportvereinen.

Gemeinsam mit dem Museum der Stadt Uslar und dem Archiv der Stadt Hann. Münden reifte die Idee eine Wanderausstellung zu konzipieren, die die Menschen der damaligen Zeit in den Mittelpunkt stellt und über lokale Ereignisse berichtet, die nach 100 Jahren fast dem Vergessen anheimgefallen sind. Sie macht nach Uslar nun in der Zeit vom 02.06.-08.09.2019 im hiesigen Museum der Stadt Hann. Münden im Welfenschloss Station.

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