Die Tillyschanze

Die Tillyschanze mit ihrem 25 Meter hohen Aussichtsturm ist ein bei Besuchern und Einheimischen beliebtes Ausflugsziel. Sie liegt am Rande des Reinhardswaldes und ist von der historischen Altstadt in ca. 30 Minuten zu Fuß erreichbar.

Oben angekommen wird der Besucher mit einem herrlichen Blick auf die Altstadt und die drei Flüsse belohnt. Der Aussichtsturm wurde zwischen 1881 und 1885 erbaut. Der Name geht auf die Belagerung und Erstürmung der Stadt Münden im 30-jährigen Krieg zurück und bezieht sich auf Johann T’Serclaes von Tilly.

Im oberen Turmzimmer befindet sich ein Monumentalrelief aus Gips (2 x 2,75 m) an der Wand. Es stellt die heldenhafte „Verteidigung der Stadt Münden im 30-jährigen Krieg gegen Tilly“ dar.

Der Bildhauer, Maler und Poet Gustav Eberlein (1847-1926) hatte  die Ausgestaltung dieses Zimmers übernommen. Das gesamte Werk wurde in mehreren Einzelteilen, welche im feuchten Zustand 19 Zentner mit der Verpackung wogen, aus dem Berliner Atelier nach Münden transportiert. Am ersten Pfingsttag 1888 konnte das kolorierte Relief der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

In seinem Kunstwerk brachte Eberlein viele persönliche Dinge unter. Zudem haben etliche der dargestellten Personen große Ähnlichkeit mit ihm nahestehenden Menschen. Sein Vater, seine Mutter, Freunde und Verwandte sind hier als Krieger, verwundete Soldaten und Bürger abgebildet.

Am linken unteren Rand signierte Eberlein sein Werk mit einem Selbstbildnis in Form eines ovalen Medaillons.

Weitere Informationen zu Gustav Heinrich Eberlein

Im unteren Turmzimmer finden heute auf Wunsch Trauungen statt. Der Raum wird auch für Theatervorstellungen und Ausstellungen genutzt. Der Turm kann während der Öffnungszeiten der angrenzenden Waldgaststätte bestiegen werden. Tickets bekommen Sie bei den Betreibern der Gaststätte. Führungen können auf Anfrage gebucht werden. Die Waldgaststätte mit Waldgarten lädt anschließend zum Verweilen ein.

Fährenpfortenturm – Hagelturm in Hann. Münden

Der Fährenpfortenturm, auch Hagelturm oder Natermannturm genannt, befindet sich mitten in der historischen Altstadt am Ende der Radbrunnenstraße.

Die Fährenpforte, nach der der Turm benannt ist, wurde in 1383 schon urkundlich erwähnt. Der Inhaber der Firma Haendler & Natermann kaufte 1848 den Turm, um darin Bleischrot im Turmgießverfahren herzustellen. Blei wurde in der Turmkammer geschmolzen und durch ein Sieb gegossen. Die Bleitropfen fielen wie Hagel in den Brunnen hinab.

Heute gehört der Turm der Stadt Hann. Münden und beherbergt das Museum der Arbeit. Eine historische Anlage der Hagelschrotherstellung sowie alte Geräte und Maschinen sind zu besichtigen. Ein Film zeigt den früheren Produktionsablauf.

Vor kurzer Zeit wurde eine Aussichtsplattform geschaffen, von der man einen wunderbaren Blick über die Dächer der Altstadt, die Flüsse und die Wälder genießen kann.

Öffnungszeiten: zur Zeit geschlossen

Ansprechpartner:

Dr. Karin Gille-Linne
Vorsitzende Arbeitergeschichtsverein
Telefon: 0 55 41 / 908749

Rotunde

Die Rotunde ist der einzig verbliebene Teil des Oberen Tores der Stadtbefestigung. Der Bau wurde 1502 unter Herzog Erich I begonnen und erst 1579 unter Erich II beendet. Heute befindet sich im Inneren des Gebäudes eine Gedenkstätte für die Gefallenen der Weltkriege und an der Südseite für die Opfer der Gewalt von 1933/45.

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