Alte Werrabrücke

Die historische Werrabrücke zählt zu den ältesten noch erhaltenen Steinbrücken Norddeutschlands. Unterhalb der heutigen Brücke befand sich eine natürliche Felsbarre. Dieses sogenannte „Werrahohl“ zwang die Schiffer im Mittelalter dazu, ihre Fracht zunächst abzuladen, um dann das Hindernis mit weniger Tiefgang passieren zu können. Einem hölzernen Vorgängerbau folgte in den 1220er Jahren der bis heute erhaltene steinerne Neubau.

Die sechs Brückenbögen stützen sich auf fünf Pfeiler, die an der Südostseite mit spitzwinkligen Eisbrechern versehen sind. Die 105 Meter lange Brücke verband nicht nur die Altstadt mit dem historischen Vorort Blume. Vielmehr war sie ein wichtiges Nadelöhr der von Frankfurt am Main kommenden Fernhandelsroute, die von der hessischen Senke über Kassel und das Leinetal bis Braunschweig und weiter nach Norddeutschland führte.

Um 1400  wurde die Brücke überdacht. Aus dieser Zeit ist erstmals auch urkundlich ein Brückengeld belegt, das bis Mitte des 19. Jahrhunderts erhoben wurde und der Stadt wichtige Einnahmen bescherte. Die auf historischen Ansichten zu sehende Zugbrücke, die kleinen Wehrtürme, eiserne Fallgitter sowie das Zollhäuschen zeugen von dieser wichtigen Funktion Mündens als Handels- und Verkehrsknotenpunkt.

Im Zuge des Chaussee-Ausbaus von Hannover nach Kassel wurden die Überdachungen bereits 1777/79 entfernt, damit auch größere Fuhrwerke die Brücke passieren konnten. Durch Hochwasser, Eisgang und andere Umwelteinflüsse wurde das Bauwerk immer wieder beschädigt und zuletzt 1986 von Grund auf saniert.

 

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