Historisches Hann. Münden

Prachtvolle Bauten dicht an dicht. Stimmungsvolle Gassen. Imposante Fachwerkgebäude. So erleben Besucher die mittelalterliche Fachwerkstadt Hann. Münden im Weserbergland noch heute. Die zwischen 1155 und 1183 gegründete Stadt gelangte durch das von Herzog Otto I. von Braunschweig 1247 verliehene „Stapelrecht“ schnell zu Wohlstand und Reichtum. Der besondere Reichtum an Fachwerkformen und -stilen geht auf diese Zeit zurück. Dank intensiver Sanierungsbemühungen zählt Hann. Münden heute zu einer Fachwerkstadt von europäischem Rang. Zahlreiche Auszeichnungen, wie z.B. die Goldmedaille im Bundeswettbewerb „Stadtgestalt und Denkmalschutz im Städtebau“ oder die Auszeichnung „Europa Nostra“ bestätigen dies.

Bereits seit den 60-er Jahren und als eine der ersten Städte Deutschlands beschäftigt die Stadt Hann. Münden ehrenamtliche und hauptberufliche Stadtbild- und Denkmalpfleger. In Hann. Münden wurde die Idee der „Deutschen Fachwerkstraße“ mitbegründet.

Seit dem Jahr 2000 ist mit dem anerkannten Expo-Projekt „Wasserspuren“ interaktive Wasserkunst städtebaulich in das Stadtbild eingezogen.

Bummeln Sie durch stimmungsvolle Gassen und Straßen, entdecken Sie prachtvolle Fachwerkbauten mit ihren Inschriften, Erkern, historischen Türen und Portalen. Kehren Sie ein in urige Lokale oder folgen Sie einem der geführten Stadtrundgänge. Geschichte wird in Hann. Münden erlebbar. Die Vielfalt und das geschlossene Fachwerkbild der Altstadt werden Sie begeistern.

Blick in die Sydekumstraße Hann. Münden, Fachwerk

Kleine Hann. Mündener Chronik

Der Name Hann. Münden steht kurz für Hannoversch Münden bzw. auch Hannöverisch Münden. Umgangssprachlich wird die Stadt auch nur Münden genannt – insbesondere bei den Einwohnern den sogenannten „Mündenern“. Offiziell ist die amtliche Bezeichnung der Stadt seit 1991 Hann. Münden.

Der Name Hannoversch Münden passte auf Grund seiner Länge beispielsweise nicht auf Bahnfahrkarten. Zudem konnte der Name zu akustischen Missverständnissen führen und verstanden als Hannover-Schmünden, Hannover-Münden, Hannover bei Münden, Minden oder Hannover bei München, wo übrigens auch nach Münden adressierte Post auftauchte.

Münden wurde 1183 erstmalig in einer Urkunde Landgrafs Ludwig III. von Thüringen als Stadt erwähnt. Durch ihre günstige Lage an den drei Flüssen und die Verleihung des „Stapelrechts“ im Jahre 1247 gelangte die Stadt schnell zu Reichtum und Wohlstand. Viele Gebäude wie z.B. das prächtige Weserrenaissance-Rathaus, die St. Blasius Kirche und die reich verzierten Fachwerkhäuser spiegeln den Reichtum dieser Zeit wider.

  • Stapelrecht: Dieses Handelsprivileg besagt, dass alle durchreisenden Kaufleute verpflichtet waren, ihre Waren in Münden abzuladen und den Mündener Bürgern zum Kauf anzubieten, bevor sie auf den Flüssen weiterverschifft werden dürfen. Dieses Privileg galt bis 1823 und führte die Mündener Händler und Bürger zu großem Reichtum.

Wichtige Daten auf einem Blick

  • 802-17 Gimundi wird an die Reichsabteien Fulda und Corvey verschenkt
  • 960 – Otto I. begründet in Hilwartshausen ein Kanonissenstift als Reichsabtei
  • 970 – Ratten, heute Stadtteil Neumünden, wird genannt
  • 1183 – erste urkundliche Erwähnung der Stadt Münden
  • 1246 – ein Städtebündnis zwischen Münden und Northeim
  • 1247 – Stapelrecht
  • 1488-1585Residenz der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg-Calenberg-Göttingen
  • 1540 – Reformation durch Herzogin Elisabeth und Bischof Corvin
  • 1560 – Brand des gotischen Schlosses; anschließend Wiederaufbau im Stil der Weserrenaissance
  • 1603-1618 – Erweiterung des gotischen Rathauses und Errichtung der nördlichen Rennaissance-Schmuckfassade durch Crossmann
  • 1626 Tilly erobert im 30-jährigen Krieg Münden
  • 1697Quantz, später Flötenmeister Friedrichs der Große, wird in Scheden geboren
  • 1707Papins Schiff wird zerstört
  • 1727Doktor Eisenbart stirbt in Hann. Münden
  • 1753-1854 Fayence-Fabrik in Münden: Rokoko – Klassizismus – Biedermeier
  • 1773-1776 – Dichter der Hain pilgern zum „kleinen Entzücken“
  • 1775Grotefend, Entzifferer der Keilschrift, wird geboren
  • 1847 – Bildhauer und Dichter Gustav Eberlein wird geboren
  • 1856Bahnstrecke Hannover-Münden-Cassel wird eröffnet
  • 1868Forstakademie gegründet; eine Forstlehranstalt ging seit 1844 voraus
  • 1877Prof. Mitscherlich gründet eine Cellulosefabrik
  • 1901 – Münden wird Garnison
  • 1921erste Polizeischule, damals für Hessen-Cassel
  • 1939Hermann Göring verfügt, auf Wunsch, die Eingliederung der forstlichen Hochschule als Fakultät der Universität Göttingen
  • 1945Ernst Dörfler rettet die Stadt vor der Zerstörung und die alte Werrabrücke vor der Sprengung
  • 1978 – Beim Wettbewerb „Stadtgestalt und Denkmalschutz im Städtebau“ wird Münden bundesweit mit Gold ausgezeichnet
  • 1991 – der offizielle Name der Stadt lautet nun Hann. Münden
  • 2008Großbrand in der Innenstadt Hann. Münden – 7 Fachwerkhäuser sind betroffen

Quelle, auszugsweise: „Münden und Umgebung“ Erwin May

Hann. Münden – Stadt des Doktor Eisenbart

Eher zufällig kam Hann. Münden zu seiner legendären Werbefigur, als der Wanderarzt 1727 auf der Durchreise im damaligen Gasthaus „Zum Wilden Mann“ verstarb. An ihn erinnern heute das Glockenspiel im Rathausgiebel, die Statue an seinem Sterbehaus sowie weitere Statuen auf dem Doktorwerder und an den Ortseingängen, sein Grabstein an der Aegidienkirche, Kostümführungen, muskalische Auftrtte der Hofmusikantin und Sonderveranstaltungen.

Entdecken Sie auch unser historisches Weserbergland

Unter dem Dach des Weserbergland Tourismus e.V.  haben sich 16 historische Städte und 8 historische Stätten im Weserbergland entschlossen, an einem in Deutschland einzigartigen Marketingprojekt teilzunehmen – dem „Historischen Weserbergland“. In den folgenden Jahren wurde in zahlreichen Workshops gemeinsam an der Realisierung des Projektes gearbeitet.

Alle Städte haben sich verpflichtet, einheitliche Qualitätsstandards zu erfüllen, die dem Gast zukünftig einen Mehrwert während seines Aufenthaltes in der jeweiligen historischen Stadt versprechen soll. Ob eine durchgängige touristische Beschilderung des historischen Potenzials der Innenstadt, eine Optimierung der Aufenthaltsqualität vor Ort oder die Bereitstellung von Informationen zur Barrierefreiheit – die Qualitätsstandards waren und sind weiterhin hoch.

Ziel der Kampagne ist die Geschichte aller teilnehmenden Städte / Stätten professionell touristisch aufzuarbeiten und für „Jedermann“ erlebbar zu machen.

Gemeinsam mit allen projektbeteiligten Städten und Stätten bemühen wir uns, für Sie die spannendsten Abenteuer und Geschichten aus einer längst vergessenen Zeit zusammenzustellen. Tauchen Sie also ein in die Vergangenheit und folgen Sie unserem Motto: „Spuren der Zeit – echt erleben.“

Blick in die Sydekumstraße Hann. Münden, Fachwerk

Rundgang durch die historische Stadt

Wir freuen uns, Sie mit diesem kleinen Stadtrundgang durch Hann. Münden begleiten zu können. Der eingezeichnete Rundkurs ist nur ein Vorschlag, selbstverständlich können Sie die Gebäude auch individuell besuchen… mehr lesen >

Kostümführung mit der Frau des Apothekers

Stadt- und Erlebnisführungen

Erfahren Sie mehr über die idyllische Fachwerk- und Dreiflüssestadt im südlichen Weserbergland. Tauchen Sie ein in die Geschichte einer Handelsstadt an drei Flüssen. Auf einer Tour durch die wechselvolle… mehr lesen >

Anreise mit PKW und Rad

Informationen zur Anreise

Finden Sie alle wichtigen Informationen zur Anreise nach Hann. Münden. Ob mit PKW, Bus, Wohnmobil, Fahrrad, Bahn oder sogar mit der eigenen Yacht – hier finden Sie Tipps für ein entspanntes Reisen… mehr lesen >

Blick auf das Weserrenaissance Rathaus Hann. Münden

Stadtführung „Kurze Wege“

Wir nehmen Sie mit in die Geschichte unserer schönen Fachwerkstadt. Auf kurzen Wegen erfahren Sie Wissenswertes, Vergnügliches  und Nachdenkenwertes zu den Häusern un den Menschen… mehr lesen >